We Must Battle When Enemy Is In Sight

Foto: Daniel Weigel

Ein großer, unbekannter Soldat hat sich in meine Träume geschlichen. Manchmal redet er mit mir. Und manchmal stehen wir einfach nur nebeneinander. Ich, im Schatten von seinem Körper.

 

In einer Landschaft, die keine ist, in einem Krieg, der woanders stattfindet, schlagen sechs Soldaten ihr Lager auf und halten die Stellung, während ihre Welt explodiert. Sie haben den Krieg nie erlebt und sind nun doch Teil davon. Zwischen Drill und Routine, Feldpost und Drohnen, Traum und Paranioa beginnt die Auflösung von allem.

Thermoboy FK fragen nach der Spielbarkeit von Krieg – auf dem Schulhof, vor dem Bildschirm und auf der Bühne. Warum macht Krieg spielen Spaß? Was würde ich tun, wenn der Krieg auf einmal da ist? Wer könnte oder müsste ich sein, wenn gesellschaftliche Normen und Konventionen verschwinden? So begeben sich die ehemaligen Zivildienstleistenden auf die Suche nach ihrer toxic masculinity und erschaffen daraus einen choreofragmentierten Bilderreigen zwischen Profanität und Poesie.

 

Foto: Daniel Weigel

PERFORMANCE Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Jan Felix Hahn, Felix Scheer | KONZEPT, TEXT Malte-Levin Behrens, Moritz Brunken, Janis Fisch, Felix Scheer, Jasper Tibbe | CHOREOGRAFIE Anna Fries, Jasper Tibbe | DRAMATURGISCHE BERATUNG Marie Simons | VIDEO, BÜHNE Stefan Gottwill | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | LICHT Dennis Kopp | MUSIK Felix Scheer | PRODUKTION ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

 

Eine Produktion von Thermoboy FK in Koproduktion mit dem Theaterdiscounter Berlin, der Schwankhalle Bremen und cobratheater.cobra. Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Niedersachsen, dem Senator für Kultur Bremen und der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Bisherige Aufführungen

11. bis 13. Mai 2017, Theaterdiscounter Berlin

08. bis 10. Juni 2017, Theater im Pavillon Hannover

23. bis 25. Jun 2017, Schwankhalle Bremen

27. und 28. Oktober 2017, 20 Uhr, LOT-Theater Braunschweig

 

 

 

Erstaunlicherweise stehen […] keine Krieger, sondern sechs Jungs auf der Bühne. Es sind nicht mal halbwüchsige Testosteron-Monster, sondern allesamt aufgeklärt pazifistisch wirkende Laiendarsteller, die ein Live-Experiment wagen: Sie melden sich freiwillig zum Kriegspielen. Wind heult aus den Lautsprechern, auf der Videoleinwand fröstelt eine Eiswüste symbolisch vor sich hin.

Das soldatisch uniformierte Sextett behauptet nun, bereit für den Kampf zu sein. Nur für welchen? Keiner weiß es. (Jens Fischer, taz, 27.10.2017)

Rückkehr nach Xibalba

Foto: Stephan Chamier

Wildes Xibalba. Schönes Xibalba. Fürchterliches Xibalba. Großes Xibalba.

 

Ein Schrebergarten in Hildesheim wird für ein paar Tage und ein paar Nächte zum Diorama einer lange vergangenen, weit entfernten und überhaupt ganz erdfernen Welt: Xibalba. Einzeln erkunden die Zuschauer_innen einen Kosmos voll fantastischer Gewächse, bizarrer Gestalten und unverständlichen Ritualen. Der Gang durch den Garten wird zu einer Reise. Vergänglichkeit, Tod und Wiederauferstehung lauern auf dem Weg.

Nach der sogenannten Jungs-Trilogie mit Argelès-sur-Mer (2011), Soft (2013) und La Casa (2014) ist Rückkehr nach Xibalba die vierte Produktion der Theaterformation cobraanker.cobra, die sich für dieses Projekt zum ersten Mal Thermoboy FK nennt. Rückkehr nach Xibalba versucht die szenische Erforschung und Dekonstruktion von Begriffen wie Natur, Kultur und Zivilisation.

Foto: Caspar Sessler

VON UND MIT Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Harm Coordes, Janis Fisch, Jan Felix Hahn, Gesine Hohmann, Carolin Kister, Jasper Tibbe | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | MUSIK UND SOUND Nicolas Schneider, Sebastian Kunas | LICHT Dennis Kopp

 

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V., das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen e.V. und die Friedrich Weinhagen Stiftung. In Kooperation mit dem Theaterhaus Hildesheim und cobratheater.cobra.

Bisherige Aufführungen:
3. bis 5. Juli und 10. bis 12. Juli 2015 jeweils tags und nachts

In der Schrebergartenkolonie der Gartenfreunde Galgenberg Hildesheim

 

 

 

„Als wäre man kurz eingeschlafen und hätte einen fantastischen Traum gehabt.”
(Patricia Hempel, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 06.07.2015)

 

La Casa

Die Jungs, das homosoziale Männergefüge von cobraanker.cobra, bauen sich ein Haus. Das Theaterprojekt La Casa ist der dritte und letzte Teil der „Jungs-Trilogie”: Auf dem Fahrrad erstrampelten sie sich in Argelès-sur-Mer (2011) die Manifestation einer homosozialen Gemeinschaft gegen alle äußeren Einflüsse, auf dem Schiff entdeckten sie bei “Soft” (2013) die Erotik und Körperlichkeit von Männerfreundschaften, nun setzen die Jungs 2014 mit La Casa ihrer Reise ein Ende und bauen sich einen Ort zum Niederlassen im Nirgendwo.

In einer interaktiven Hausbau-Simulation im Stil des Computerspielhits The Sims (2000) ist es nun am Publikum, die fünf fidelen Arbeiter Fredo, Manfredo, Slorgor, Pedrolino und Chorizo zu unterstützen. Hilf den Jungs, das Haus zu bauen! Entdecke ihre Spezialfähigkeiten! Sorge dafür, dass alle sauber sind, Spaß haben und fülle das Liebesbarometer! Und erfreue dich an Popmusik, Stahlrohren und philosophischen Momenten!

 

„Wer hat die Welt erschaffen?“
„Ich. Du natürlich auch, Pedrolino.“

Foto: Veronika Knaus

Eine Theaterproduktion von und mit cobraanker.cobra a.k.a. Thermoboy FK.

PERFORMANCE Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Felix Scheer | INTERFACEDESIGN Stefan Gottwill, Lasse Marburg | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | LICHT Dennis Kopp | PRODUKTION Felix Scheer, Jasper Tibbe | ASSISTENZ Carolin Kister | CHOREOGRAFIE Anna Fries, Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann, Jasper Tibbe

 

La Casa wird gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen und die Friedrich Weinhagen Stiftung. In Kooperation mit der Arneken Galerie Hildesheim, der Cluster Sozialagentur Hildesheim, dem Theaterhaus Hildesheim und cobratheater.cobra.

 

Bisherige Aufführungen

06. bis 08. und 10. bis 12. November 2014, Arneken Galerie Hildesheim

23. und 24. Januar 2015, Theater im Pavillon Hannover

21. Mai 2015, Schwankhalle Bremen Out Now! Festival

26. Mai 2015, studiobühnekölntheaterszeneeuropa Festival

23. April 2016, Theater im Pavillon HannoverBEST OFF Festival

9. und 10. Dezember 2016, Theaterdiscounter Berlin

 

 

 

„Vor den Augen der Zuschauer entsteht eine wunderbar verschachtelte Guckkaste-Bühne. Der Bühnenboden aus Europaletten, Wasserkisten stützen das Fundament, daneben rollt man Rasenteppich aus. All das verfängt, weil Thermoboy FK gekonnt die Dramaturgie von Computerspielgenres aufgreifen. In La Casa wimmelt es nur so von kleinen Rätseln, Gags und Gadgets. […] Thermoboy FK gelingt mit La Casa etwas Überraschendes: die illusionistische Faszination der Guckkaste-Bühne weiterzutragen. Und sie dabei mit Witz zu dekonstruieren. Eine Simulation der Simulation, bei der sich mitzuspielen lohnt.”
(Maximilian Balzer, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 10.11.2014)

 

„‚Wir sind schön und sehen immer müde aus‘, beschreiben sich Computerspiel-Avatare in der Schwankhalle. Die fünf Männer bauen in „La Casa“ gemeinsam ein Haus und entdecken sich selbst in meditativ choreografierter Handlungsarmut. Ein bisschen Mut zur Langeweile braucht das schon – der aber zahlt sich aus. Denn in 90 Minuten entfaltet sich schleichend ein Wirkungsraum für alltägliche innerliche Katastrophen. […] Es sind nur Männer übrigens, die da „besondere Beziehungen“ entdecken und auf der Bühne Körperknoten bilden. Das passiert eben, wenn die „Masturbationsroutine nicht mehr den vertrauten Trost“ spendet, heißt es – und mündet dann doch in gänzlich unaufgeregtem Kuscheln liebreizender Schluffis. Und wenn im Finale dann Miley Cyrus’ „Wrecking Ball“ angestimmt wird, ist das nicht nur Bezugnahme auf einen Pop-Hit, sondern zitiert auch einen Skandal: Im Video schwang Exkinderstar Cyrus nackt auf einer Abrissbirne herum und lutschte lasziv am Vorschlaghammer. Bemerkenswert, daran nun vom gender-sensiblen Jungs-Kollektiv erinnert zu werden.“
(Jan Paul Koopmann, taz, 22.05.2015)

 

„Manchmal halten Titel, was sie versprechen […] Die fünf jungen Männer des Theaterkollektivs Thermoboy FK errichten dieses Haus, eine Aktion, die sich als Krezung von ‚Bob der Baumeister‘, den sieben Zwergen und einer Schwulen-WG in San Francisco ausnimmt. […] Theater, das auf Computersimulatoin zugeschnitten ist, und doch die stereotypen Muster der digitalen Welt ironisiert – das präsentiert die Truppe ohne Zweifel intelligent. Zwar stellt niemand die Frage, für wen die Männer-WG diesen niedlichen Traumtorpedo inszeniert. Amüsiert hat er das Kölner Publikum beidrelei Geschlechts aber auf der ganzen Linie.“
(Kölner Rundschau, 29.05.2015)

„Soft“

Foto: Paula Reissig

Vier junge Männer in blauen Jeans und weißen T-Shirts betreten die Bühne und essen sehr langsam und irgendwie schelmisch rote Äpfel. Nach einigen Bissen tauschen sie die Äpfel ohne Grund und Logik hin und her, sie essen die Äpfel gemeinsam. “Soft” erzählt von einer besonderen Form freundschaftlichen Zusammenlebens und nimmt das Publikum mit auf eine immer merkwürdiger werdende Reise, in der die vier Männer Ballett tanzen, einem Meerjungvolk begegnen und schließlich zusammen ein Kind bekommen. Die Tanztheaterperformance wird gerahmt von einer Hörspiel-Erzählung, in der es im weitesten Sinne um Männlichkeitsbilder, um die Linie zwischen Freunschaft und Homoerotik, um Zärtlichkeit und Grobheit geht.

 

Foto: Paula Reissig

 

Eine Theaterproduktion von und mit cobraanker.cobra a.k.a. Thermoboy FK.
PERFORMANCE Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Felix Scheer | CHOREOGRAFIEN Anna Hadzelek | REGIE, PRODUKTION Anna Fries, Jasper Tibbe | LICHT Manuel Melzer

 

„Soft“ wurde gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Friedrich Weinhagen Stiftung. In Kooperation mit dem Theaterhaus Hildesheim und cobratheater.cobra.

 

 

Foto: Paula Reissig

Bisherige Aufführungen

23. bis 25. April und 15. bis 16. November 2013,  Kulturfabrik Löseke Hildesheim
17. und 18. November 2013, Schlachthof Bremen
06. Juni 2014, Festival ARENA Erlangen
21. und 22. August 2014, Festival Freifeld Oldenburg
31. Oktober und 01. November 2014, Ballhaus Ost BerlinFestival cobrafrühling.cobra
23. und 24. Oktober 2015, Schwankhalle Bremen

 

 

 

„Die beiden jungen Regisseure Jasper Tibbe und Anna Fries haben ein mehrstimmiges, leicht schräges Popmärchen auf die Bühne der Kulturfabrik gebracht. […] Die Anspielungen an Konsum und Oberflächen-Fetisch sind mit den Händen zu greifen und werden in klugen Solo-Auftritten der Körperlichkeit ausgestellt. Die Reise der jungen Männer wird zu einem Trip. Identität und sexuelle Orientierung sind die eigentlichen Ziele, verpackt in eine ironische und gleichzeitig sanfte Theaterrevue. […] “Soft” besteht aus vielen, wunderbar harmonisch inszenierten Tanzszenen, die von Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch und Felix Scheer ohne perfektionistischen Drang verkörpert werden – die Körper sind ein erzählerisches Mittel. […] Zwischen Kitsch und echter Sehnsucht liegen in dieser Inszenierung buchstäblich nur wenige Schritte – das macht sie besonders.“
(Stephanie Drees, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 25.04.2013)

„Auch wenn schallendes Lachen im Publikum zu hören ist – albern wird das Ganze nicht. Trotz der tra­shi­gen Skur­ri­li­tät oder gerade des­we­gen blei­ben die humo­ris­ti­schen Ele­mente sub­til, fla­chen nicht ab und ent­spre­chen der Viel­schich­tig­keit des gesam­ten Stü­ckes und der einer wirk­li­chen Freund­schaft – die durch die gewählte Form nicht nur ratio­nal, son­dern vor allem emo­tio­nal erfahr­bar gemacht wird.“
(Vera Pods­kalsky, reflexmagazin.de, 07.07.2014)

„Soft“ beim Freifeld Festival Oldenburg

Ein Radiobeitrag des Radio Z Erlangen zu „Soft“

Argelès-sur-Mer

Foto: Paula Reissig

Sechs junge Männer auf der Bühne fahren Fahrrad, zerstören Möbel, schmusen, erzählen von einem Traumhaus in Frankreich und werden mit der Außenwelt konfrontiert. cobratheater.cobra und die Red Anker Crew übersetzen das Thema Gruppe, Fragen nach Zusammengehörigkeit und Vereinzelung, Treue und Verpflichtung in eine abstrakt-poetische Bühnenwirklichkeit. Die sechs Theaterlaien, die auch privat fest verbunden sind, werden auf der Bühne zu Experten eines Gruppenbildes, das inmitten der vernetzten Facebook-Generation einen verbindlichen Zusammenhalt im kleinen Kreis und ein alternatives Männerbild zwischen Zärtlichkeit und Gewalt propagiert.

Foto: Paula Reissig

PERFORMANCE Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Stefan Gottwill, Jan-Felix Hahn, Lennart Kohring | GÄSTE Insa Schwartz, Lasse Marburg, Felix Scheer, Kristofer Gudmundsson, Mehmet Cetik, Hans Zimmer, Thomas Lang, Manuel Melzer | REGIE UND PRODUKTION Gesine Hohmann, Jasper Tibbe.

 

Argelès-sur-Mer wurde gefördert durch das Studierendenparlament (StuPa) der Stiftung Universität Hildesheim, das Studentenwerk Braunschweig und das Studentenwerk Bremen. In Kooperation mit cobratheater.cobra.

 

 

Bisherige Aufführungen
2. bis 4. Dezember 2011, Burgtheater in der Domäne Marienburg, Hildesheim
16. und 17. Dezember 2011, Theater im Pavillon Hannover
20. bis 22. Januar 2012, Kultur im Bunker, Bremen
2. Mai 2013, Burgtheater in der Domäne Marienburg, Hildesheim
6. Mai 2013, Thalia Theater Gaußstraße, Hamburg – Körber Studio Junge Regie
22. August 2014, Freifeld Festival Oldenburg

 

 

 

„Im Hildesheimer Argelès-sur-Mer untersuchen radelnde Jungs ein äußerst lässiges Bild vom neuen Mann in homosozialen (nicht -sexuellen) Bindungen.“
(Barbara Burckhardt, Theater heute 6/2013)

„Wild, wirr und warmherzig zugleich […]. Donnernder Applaus.“
(Kerstin Hergt, Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, 19.12.2011)