Age of Empathy II – Fall und Aufstieg von ThermoCity

Foto: Manuel Nieberle

Ein Moment der Blüte. Ein Gefüge, in dem alles möglich scheint. Ein Zustand.

 

Und so wohnt diesem Zustand, wie jeder harmonischen Konstellation, bereits eine Ahnung ihrer Veränderlichkeit inne. Bevor unsere Ereignisse ins Rollen kamen.

 

Wenn denn von Ereignissen gesprochen werden kann. Und falls es überhaupt ein Rollen war, und kein Laufen. Oder Stolpern. Oder ein Fall.

 

 

Wenn wir über Historisches reden, wie viel Fiktion steckt dann in Geschichte und wer erzählt sie? Und wie können wir davon ausgehend eine gemeinsame Zukunft entwerfen? Inspiriert durch den Computerspiel-Klassiker „Age of Empires II“ bauen sich Thermoboy FK zwischen opulenten Kostümen und surrealer Architektur eine Stadt, die sich Logik und Linearität entzieht, eine Welt der Weichheit zwischen Menschen, Gegenständen und Gebäuden. Über Poesie, Artefakte und Musik erforschen sie die Konstruktion von temporären Gemeinschaften und fragen sich gemeinsam mit dem Publikum: Wie wollen wir leben?

Foto: Daniel Weigel

 

VON UND MIT Moritz Brunken, Felix Scheer, Jasper Tibbe | DRAMATURGIE Susanne Wagner | BÜHNE Life is___ Collective | KOSTÜM Harm Coordes, Merle Richter | MUSIK Simon Geuchen, Felix Scheer | PRODUKTION Zwei Eulen

 

In Koproduktion mit dem Theaterdiscounter Berlin. Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen, das Kulturamt der Stadt Braunschweig und das Kulturbüro der Stadt Hannover. Mit freundlicher Unterstützung des Pathos München und des Kulturreferats München.

 

 

Kommende Aufführungen

10. bis 17. Mai 2021, Theater im Pavillon Hannover
Online-Nachgespräch: 11. Mai, 20 Uhr

12. bis 13. Oktober 2021, 20 Uhr, Pathos München

 

Bisherige Aufführungen:

25. bis 27. September 2020, Theaterdiscounter Berlin

13. bis 15. April 2021, LOT-Theater Braunschweig (online)

Karneval der Tiere

Foto: Tim Klausing

Warum finden Menschen es so reizvoll, uns zu spielen, mit uns zu sprechen, uns menschenähnliche Dinge tun zu sehen? Wenn sie uns in die Augen blicken, was passiert dann mit ihnen? Warum verhandeln sie ihre Probleme in Märchen und Tierfabeln? Und wieso ist dort der Löwe eigentlich immer mutig, der Fuchs immer schlau und ich immer böse? Sehen sie bei uns mögliche Lebensweisen jenseits ihres Horizonts oder immer nur sich selbst?

 

Thermoboy FK inszenieren Camille Saint-Saëns‘ musikalische Suite Karneval der Tiere als bunten Reigen aus selbstgebastelten Kostümen, dilletantisch-virtousen Tänzen und der zu Minimal Music transformierten Vorlage. Sie spielen Hühner und Hähne, wilde Esel und einen Schwan, schreiben  Tierfabeln und werden zu Objekten ihrer eigenen Tierdokumentation. Ein Abend zwischen Programmmusik und Dada, Ballett und Tapsigkeit, großer Geste und Uneindeutigkeit.

Foto: Daniel Weigel

 

VON UND MIT Moritz Brunken, Harm Coordes, Janis Fisch, Jan Felix Hahn, Dennis Dieter Kopp, Felix Scheer, Jasper Tibbe | MUSIK Simon Geuchen,  Felix Scheer | BEWEGUNGSCOACH Quindell Orton | DRAMATURGIE Susanne Wagner | PRODUKTION Zwei Eulen

 

Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen, das Kulturamt der Stadt Braunschweig und die Erhard Friedrich Stiftung. In Koproduktion mit dem Theaterdiscounter Berlin und Netzwerk Freier Theater. Mit freundlicher Unterstützung der Schwankhalle Bremen.

 

 

Kommende Aufführungen:

1. bis 3. Oktober 2021, Theater im Pavillon Hannover

 

Bisherige Aufführungen:

10. bis 12. Oktober 2019, Theaterdiscounter Berlin

15. bis 17. November 2019, LOT-Theater Braunschweig

19. bis 24. Mai 2020, Performing Arts Festival Berlin (online)

10. bis 11. Juni 2020, Online-Edition des Hart am Wind Festivals, Braunschweig

5. September 2020, PAF Outside – ein Wiedersehen, Berlin

 

 

 

„Sieben junge Männer machen Tiere nach. Sie tragen dabei Kostüme von beinahe zärtlicher Albernheit und tanzen mit täppischer Poesie über die Bühne […] Doch mit ihren ironisch unterwanderten Tierporträts wollen sie eigentlich das Männerbild unterwandern und man schaut ihnen dabei höchst amüsiert gerne zu.“

(Esther Slevogt, taz, 10.10.2019)

Stolz und Vorurteil

Foto: Tim Klausing

Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass im England des frühen 19. Jahrhunderts eine heiratsfähige Dame nur selten darauf hoffen kann, wahre Liebe und eine gute Partie in ein und derselben Person zu finden. Gerade wenn es sich bei dieser Person um einen Mann handelt.

 

Jane möchte heiraten. Lizzie möchte ihre Unabhängkeit. Und Lydia will einfach nur Spaß. Die drei Schwestern begeben sich auf eine abenteuerliche Reise durch die Stände ihrer Gesellschaft und treffen dabei auf eine mächtige Baronin, einen kauzigen Pfarrer, einen undisziplinierten Soldaten und viel Personal. Doch dann ziehen zwei junge heiratsfähige Männer in die Gegend: der undurchsichtige Darcy und der niedliche Bingley.

Thermoboy FK schauen mit Stolz und Vorurteil durch literarische Figuren auf die Verbindungen zwischen Liebe und Geld, zwischen Zusammenleben und individueller Freiheit – und die Möglichkeit von Theater als Selbstinszenierung und Selbsterfindung. In einer eigenständigen Adaption schreiben sie das Sittengemälde Jane Austens aus dem 19. Jahrhundert neu und fort. Acht Männer spielen dabei Frauen- und Männerrollen und müssen sich so als Performer wie auch als Figuren Fragen nach Repräsentation, Sichtbarkeit und Privilegien stellen.

Foto: Daniel Weigel

PERFORMANCE Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Jan Felix Hahn, Dennis Dieter Kopp, Felix Scheer, Jasper Tibbe | BÜHNE, VIDEO Stefan Gottwill, Malte-Levin Behrens, Moritz Brunken | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | MUSIK Felix Scheer, Simon Geuchen | GASTREGIE Leonie Boehm | DRAMATURGIE Susanne Wagner | PR Franziska Janke | PRODUKTION ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

 

Eine Produktion von Thermoboy FK in Koproduktion mit dem Theaterdiscounter Berlin. Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Stiftung Niedersachsen. Mit freundlicher Unterstützung der Schwankhalle Bremen.

Kommende Aufführungen

15. und 16. Oktober 2021, 20 Uhr, Pathos München

 

 

Bisherige Aufführungen

9. und 10. Januar 2021, Lichthof Theater Hamburg (Stream)

18. bis 20. Oktober 2018, Theaterdiscounter Berlin

7. bis 9. Dezember 2018, LOT-Theater Braunschweig
21. bis 23. März 2019, Theaterdiscounter Berlin
23. bis 25. April 2019, Kulturfabrik Löseke Hildesheim
27. und 28. April 2019, Theater im Pavillon Hannover
10. und 11. Januar 2020, LOT-Theater Braunschweig
24. und 25. Januar 2020, Schwankhalle Bremen

 

 

 

Die acht Akteure […] spielen mit dem klassischen Stoff, nutzen ihn als Folie für ihren Blick auf Entwürfe von Liebe und Zusammenleben in einer streng geregelten Gesellschaft. Damit ist das Kollektiv zunächst ganz bei Jane Austen, die mit ihrem literarischen Sittengemälde ähnliche Fragen aufwarf.

(Thomas Kaestle, Hannoversche Allgemeine, 29.04.2019)

Die Genderfrage steht natürlich deutlichst im Raum, die nach Ausbeutung und Kolonialismus rahmt den Text durch zynische Geleitworte des Personals. Wahrscheinlich ist das gerade die große Stärke dieser Inszenierung und auch anderer Arbeiten der Thermoboys: einen Diskurs so überdeutlich in den Raum zu stellen, dass drumherum noch allerlei Zauberhaftes passieren kann.

(Jan-Paul Koopman, taz, 25.01.2020)

We Must Battle When Enemy Is In Sight

Foto: Daniel Weigel

Ein großer, unbekannter Soldat hat sich in meine Träume geschlichen. Manchmal redet er mit mir. Und manchmal stehen wir einfach nur nebeneinander. Ich, im Schatten von seinem Körper.

 

In einer Landschaft, die keine ist, in einem Krieg, der woanders stattfindet, schlagen sechs Soldaten ihr Lager auf und halten die Stellung, während ihre Welt explodiert. Sie haben den Krieg nie erlebt und sind nun doch Teil davon. Zwischen Drill und Routine, Feldpost und Drohnen, Traum und Paranioa beginnt die Auflösung von allem.

Thermoboy FK fragen nach der Spielbarkeit von Krieg – auf dem Schulhof, vor dem Bildschirm und auf der Bühne. Warum macht Krieg spielen Spaß? Was würde ich tun, wenn der Krieg auf einmal da ist? Wer könnte oder müsste ich sein, wenn gesellschaftliche Normen und Konventionen verschwinden? So begeben sich die ehemaligen Zivildienstleistenden auf die Suche nach ihrer toxic masculinity und erschaffen daraus einen choreofragmentierten Bilderreigen zwischen Profanität und Poesie.

 

Foto: Daniel Weigel

PERFORMANCE Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Jan Felix Hahn, Felix Scheer | KONZEPT, TEXT Malte-Levin Behrens, Moritz Brunken, Janis Fisch, Felix Scheer, Jasper Tibbe | CHOREOGRAFIE Anna Fries, Jasper Tibbe | DRAMATURGISCHE BERATUNG Marie Simons | VIDEO, BÜHNE Stefan Gottwill | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | LICHT Dennis Kopp | MUSIK Felix Scheer | PRODUKTION ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

 

Eine Produktion von Thermoboy FK in Koproduktion mit dem Theaterdiscounter Berlin, der Schwankhalle Bremen und cobratheater.cobra. Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Niedersachsen, dem Senator für Kultur Bremen und der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Bisherige Aufführungen

11. bis 13. Mai 2017, Theaterdiscounter Berlin

08. bis 10. Juni 2017, Theater im Pavillon Hannover

23. bis 25. Juni 2017, Schwankhalle Bremen

27. und 28. Oktober 2017, LOT-Theater Braunschweig

23. und 24. November 2017, Kulturfabrik Löseke Hildesheim

22. Mai 2018,  studiobühnekölntheaterszeneeuropa Festival

 

 

 

Erstaunlicherweise stehen […] keine Krieger, sondern sechs Jungs auf der Bühne. Es sind nicht mal halbwüchsige Testosteron-Monster, sondern allesamt aufgeklärt pazifistisch wirkende Laiendarsteller, die ein Live-Experiment wagen: Sie melden sich freiwillig zum Kriegspielen. Wind heult aus den Lautsprechern, auf

der Videoleinwand fröstelt eine Eiswüste symbolisch vor

sich hin.

Das soldatisch uniformierte Sextett behauptet nun, bereit für den Kampf zu sein. Nur für welchen? Keiner weiß es.

(Jens Fischer, taz, 27.10.2017)

Rückkehr nach Xibalba

Foto: Stephan Chamier

Wildes Xibalba. Schönes Xibalba. Fürchterliches Xibalba. Großes Xibalba.

 

Ein Schrebergarten in Hildesheim wird für ein paar Tage und ein paar Nächte zum Diorama einer lange vergangenen, weit entfernten und überhaupt ganz erdfernen Welt: Xibalba. Einzeln erkunden die Zuschauer_innen einen Kosmos voll fantastischer Gewächse, bizarrer Gestalten und unverständlichen Ritualen. Der Gang durch den Garten wird zu einer Reise. Vergänglichkeit, Tod und Wiederauferstehung lauern auf dem Weg.

Nach der sogenannten Jungs-Trilogie mit Argelès-sur-Mer (2011), Soft (2013) und La Casa (2014) ist Rückkehr nach Xibalba die vierte Produktion der Theaterformation cobraanker.cobra, die sich für dieses Projekt zum ersten Mal Thermoboy FK nennt. Rückkehr nach Xibalba versucht die szenische Erforschung und Dekonstruktion von Begriffen wie Natur, Kultur und Zivilisation.

Foto: Caspar Sessler

VON UND MIT Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Harm Coordes, Janis Fisch, Jan Felix Hahn, Gesine Hohmann, Carolin Kister, Jasper Tibbe | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | MUSIK UND SOUND Nicolas Schneider, Sebastian Kunas | LICHT Dennis Kopp

 

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V., das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen e.V. und die Friedrich Weinhagen Stiftung. In Kooperation mit dem Theaterhaus Hildesheim und cobratheater.cobra.

Bisherige Aufführungen:
3. bis 5. Juli und 10. bis 12. Juli 2015 jeweils tags und nachts

in der Schrebergartenkolonie der Gartenfreunde Galgenberg Hildesheim

 

 

 

„Als wäre man kurz eingeschlafen und hätte einen fantastischen Traum gehabt.”
(Patricia Hempel, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 06.07.2015)

 

La Casa

Foto: Veronika Knaus

Die Jungs, das homosoziale Männergefüge von cobraanker.cobra, bauen sich ein Haus. Das Theaterprojekt La Casa ist der dritte und letzte Teil der „Jungs-Trilogie”: Auf dem Fahrrad erstrampelten sie sich in Argelès-sur-Mer (2011) die Manifestation einer homosozialen Gemeinschaft gegen alle äußeren Einflüsse, auf dem Schiff entdeckten sie bei “Soft” (2013) die Erotik und Körperlichkeit von Männerfreundschaften, nun setzen die Jungs 2014 mit La Casa ihrer Reise ein Ende und bauen sich einen Ort zum Niederlassen im Nirgendwo.

In einer interaktiven Hausbau-Simulation im Stil des Computerspielhits The Sims (2000) ist es nun am Publikum, die fünf fidelen Arbeiter Fredo, Manfredo, Slorgor, Pedrolino und Chorizo zu unterstützen. Hilf den Jungs, das Haus zu bauen! Entdecke ihre Spezialfähigkeiten! Sorge dafür, dass alle sauber sind, Spaß haben und fülle das Liebesbarometer! Und erfreue dich an Popmusik, Stahlrohren und philosophischen Momenten!

 

„Wer hat die Welt erschaffen?“
„Ich. Du natürlich auch, Pedrolino.“

Foto: Veronika Knaus

Eine Theaterproduktion von und mit cobraanker.cobra a.k.a. Thermoboy FK.

PERFORMANCE Malte-Levin Behrens, Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Felix Scheer | INTERFACEDESIGN Stefan Gottwill, Lasse Marburg | KOSTÜM Harm Coordes, Jan Felix Hahn | LICHT Dennis Kopp | PRODUKTION Felix Scheer, Jasper Tibbe | ASSISTENZ Carolin Kister | CHOREOGRAFIE Anna Fries, Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann, Jasper Tibbe

 

La Casa wird gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen und die Friedrich Weinhagen Stiftung. In Kooperation mit der Arneken Galerie Hildesheim, der Cluster Sozialagentur Hildesheim, dem Theaterhaus Hildesheim und cobratheater.cobra.

 

Bisherige Aufführungen

06. bis 08. und 10. bis 12. November 2014, Arneken Galerie Hildesheim

23. und 24. Januar 2015, Theater im Pavillon Hannover

21. Mai 2015, Schwankhalle Bremen Out Now! Festival

26. Mai 2015, studiobühnekölntheaterszeneeuropa Festival

23. April 2016, Theater im Pavillon HannoverBEST OFF Festival Freier Theater

9. und 10. Dezember 2016, Theaterdiscounter Berlin

 

 

 

„Vor den Augen der Zuschauer entsteht eine wunderbar verschachtelte Guckkaste-Bühne. Der Bühnenboden aus Europaletten, Wasserkisten stützen das Fundament, daneben rollt man Rasenteppich aus. All das verfängt, weil Thermoboy FK gekonnt die Dramaturgie von Computerspielgenres aufgreifen. In La Casa wimmelt es nur so von kleinen Rätseln, Gags und Gadgets. […] Thermoboy FK gelingt mit La Casa etwas Überraschendes: die illusionistische Faszination der Guckkaste-Bühne weiterzutragen. Und sie dabei mit Witz zu dekonstruieren. Eine Simulation der Simulation, bei der sich mitzuspielen lohnt.”
(Maximilian Balzer, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 10.11.2014)

 

„‚Wir sind schön und sehen immer müde aus‘, beschreiben sich Computerspiel-Avatare in der Schwankhalle. Die fünf Männer bauen in „La Casa“ gemeinsam ein Haus und entdecken sich selbst in meditativ choreografierter Handlungsarmut. Ein bisschen Mut zur Langeweile braucht das schon – der aber zahlt sich aus. Denn in 90 Minuten entfaltet sich schleichend ein Wirkungsraum für alltägliche innerliche Katastrophen. […] Es sind nur Männer übrigens, die da „besondere Beziehungen“ entdecken und auf der Bühne Körperknoten bilden. Das passiert eben, wenn die „Masturbationsroutine nicht mehr den vertrauten Trost“ spendet, heißt es – und mündet dann doch in gänzlich unaufgeregtem Kuscheln liebreizender Schluffis. Und wenn im Finale dann Miley Cyrus’ „Wrecking Ball“ angestimmt wird, ist das nicht nur Bezugnahme auf einen Pop-Hit, sondern zitiert auch einen Skandal: Im Video schwang Exkinderstar Cyrus nackt auf einer Abrissbirne herum und lutschte lasziv am Vorschlaghammer. Bemerkenswert, daran nun vom gender-sensiblen Jungs-Kollektiv erinnert zu werden.“
(Jan Paul Koopmann, taz, 22.05.2015)

 

„Manchmal halten Titel, was sie versprechen […] Die fünf jungen Männer des Theaterkollektivs Thermoboy FK errichten dieses Haus, eine Aktion, die sich als Krezung von ‚Bob der Baumeister‘, den sieben Zwergen und einer Schwulen-WG in San Francisco ausnimmt. […] Theater, das auf Computersimulatoin zugeschnitten ist, und doch die stereotypen Muster der digitalen Welt ironisiert – das präsentiert die Truppe ohne Zweifel intelligent. Zwar stellt niemand die Frage, für wen die Männer-WG diesen niedlichen Traumtorpedo inszeniert. Amüsiert hat er das Kölner Publikum beidrelei Geschlechts aber auf der ganzen Linie.“
(Kölnische Rundschau, 29.05.2015)

„Soft“

Foto: Paula Reissig

Vier junge Männer in blauen Jeans und weißen T-Shirts betreten die Bühne und essen sehr langsam und irgendwie schelmisch rote Äpfel. Nach einigen Bissen tauschen sie die Äpfel ohne Grund und Logik hin und her, sie essen die Äpfel gemeinsam. “Soft” erzählt von einer besonderen Form freundschaftlichen Zusammenlebens und nimmt das Publikum mit auf eine immer merkwürdiger werdende Reise, in der die vier Männer Ballett tanzen, einem Meerjungvolk begegnen und schließlich zusammen ein Kind bekommen. Die Tanztheaterperformance wird gerahmt von einer Hörspiel-Erzählung, in der es im weitesten Sinne um Männlichkeitsbilder, um die Linie zwischen Freunschaft und Homoerotik, um Zärtlichkeit und Grobheit geht.

 

Foto: Paula Reissig

 

Eine Theaterproduktion von und mit cobraanker.cobra a.k.a. Thermoboy FK.
PERFORMANCE Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Felix Scheer | CHOREOGRAFIEN Anna Hadzelek | REGIE, PRODUKTION Anna Fries, Jasper Tibbe | LICHT Manuel Melzer

 

„Soft“ wurde gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Friedrich Weinhagen Stiftung. In Kooperation mit dem Theaterhaus Hildesheim und cobratheater.cobra.

 

 

 

Bisherige Aufführungen

23. bis 25. April und 15. bis 16. November 2013,  Kulturfabrik Löseke Hildesheim
17. und 18. November 2013, Schlachthof Bremen
06. Juni 2014, Festival ARENA Erlangen
21. und 22. August 2014, Festival Freifeld Oldenburg
31. Oktober und 01. November 2014, Ballhaus Ost BerlinFestival cobrafrühling.cobra
23. und 24. Oktober 2015, Schwankhalle Bremen

 

 

 

„Die beiden jungen Regisseure Jasper Tibbe und Anna Fries haben ein mehrstimmiges, leicht schräges Popmärchen auf die Bühne der Kulturfabrik gebracht. […] Die Anspielungen an Konsum und Oberflächen-Fetisch sind mit den Händen zu greifen und werden in klugen Solo-Auftritten der Körperlichkeit ausgestellt. Die Reise der jungen Männer wird zu einem Trip. Identität und sexuelle Orientierung sind die eigentlichen Ziele, verpackt in eine ironische und gleichzeitig sanfte Theaterrevue. […] “Soft” besteht aus vielen, wunderbar harmonisch inszenierten Tanzszenen, die von Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch und Felix Scheer ohne perfektionistischen Drang verkörpert werden – die Körper sind ein erzählerisches Mittel. […] Zwischen Kitsch und echter Sehnsucht liegen in dieser Inszenierung buchstäblich nur wenige Schritte – das macht sie besonders.“
(Stephanie Drees, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 25.04.2013)

„Auch wenn schallendes Lachen im Publikum zu hören ist – albern wird das Ganze nicht. Trotz der tra­shi­gen Skur­ri­li­tät oder gerade des­we­gen blei­ben die humo­ris­ti­schen Ele­mente sub­til, fla­chen nicht ab und ent­spre­chen der Viel­schich­tig­keit des gesam­ten Stü­ckes und der einer wirk­li­chen Freund­schaft – die durch die gewählte Form nicht nur ratio­nal, son­dern vor allem emo­tio­nal erfahr­bar gemacht wird.“
(Vera Pods­kalsky, reflexmagazin.de, 07.07.2014)

„Soft“ beim Freifeld Festival Oldenburg

Ein Radiobeitrag des Radio Z Erlangen zu „Soft“

Argelès-sur-Mer

Foto: Paula Reissig

Sechs junge Männer auf der Bühne fahren Fahrrad, zerstören Möbel, schmusen, erzählen von einem Traumhaus in Frankreich und werden mit der Außenwelt konfrontiert. cobratheater.cobra und die Red Anker Crew übersetzen das Thema Gruppe, Fragen nach Zusammengehörigkeit und Vereinzelung, Treue und Verpflichtung in eine abstrakt-poetische Bühnenwirklichkeit. Die sechs Theaterlaien, die auch privat fest verbunden sind, werden auf der Bühne zu Experten eines Gruppenbildes, das inmitten der vernetzten Facebook-Generation einen verbindlichen Zusammenhalt im kleinen Kreis und ein alternatives Männerbild zwischen Zärtlichkeit und Gewalt propagiert.

Foto: Paula Reissig

PERFORMANCE Florian Brunken, Moritz Brunken, Janis Fisch, Stefan Gottwill, Jan-Felix Hahn, Lennart Kohring | GÄSTE Insa Schwartz, Lasse Marburg, Felix Scheer, Kristofer Gudmundsson, Mehmet Cetik, Hans Zimmer, Thomas Lang, Manuel Melzer | REGIE UND PRODUKTION Gesine Hohmann, Jasper Tibbe.

 

Argelès-sur-Mer wurde gefördert durch das Studierendenparlament (StuPa) der Stiftung Universität Hildesheim, das Studentenwerk Braunschweig und das Studentenwerk Bremen. In Kooperation mit cobratheater.cobra.

 

 

Bisherige Aufführungen
2. bis 4. Dezember 2011, Burgtheater in der Domäne Marienburg, Hildesheim
16. und 17. Dezember 2011, Theater im Pavillon Hannover
20. bis 22. Januar 2012, Kultur im Bunker, Bremen
2. Mai 2013, Burgtheater in der Domäne Marienburg, Hildesheim
6. Mai 2013, Thalia Theater Gaußstraße, Hamburg – Körber Studio Junge Regie
22. August 2014, Freifeld Festival Oldenburg

 

 

 

„Im Hildesheimer Argelès-sur-Mer untersuchen radelnde Jungs ein äußerst lässiges Bild vom neuen Mann in homosozialen (nicht -sexuellen) Bindungen.“
(Barbara Burckhardt, Theater heute 6/2013)

„Wild, wirr und warmherzig zugleich […]. Donnernder Applaus.“
(Kerstin Hergt, Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, 19.12.2011)